Russland

Die russische Linie der Familie Kobrow reicht bis in das Jahr 1753 zurück. Auch hier entfiel wie bei den Norwegern das “w” am Ende. Dafür gab es aber ein “von” dazu. Ein berühmtes Mitglied dieser Linie ist die polnische Künstlerin Katarzyna von Kobro.

Nachfolgend die Geschichte der russischen Linie. Sie wurde von Ernst Kobro aus Oslo / Norwegen im Jahre 1990 verfasst. Die Informationen sind nach neuesten Erkenntnissen wohl sehr lückenhaft und zum Teil auch falsch. Leider sind das aber die einzigen Informationen, die ich zu diesem Teil der Familie habe. Sollte jemand in der Lage sein mir genauere Informationen liefern zu können und/oder fehlerhafte Daten korrigieren zu können, würde ich mich mich über eine Kontaktaufnahme freuen.

Katarzyna Kobro

Katarzyna Kobro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Katarzyna Kobro
  geb. 1898 in Moskau / Russland
  gest. 1951 in Lodz / Polen

 

Katarzyna Kobrow studierte Kunst in Moskau und lernte dort ihren späteren Ehemann Wladyslaw Strzeminski (1893 Minsk-1952 Lodz) kennen.

Auf dem 10. Parteitag in Moskau (8.-16. März 1919) verkündet Lenin die »Neue Ökonomische Politik«. Die bildende Kunst wird auf die Vorstellungen des traditionellen Realismus verpflichtet, bekannt unter dem Begriff Sozialistischer Realismus. Damit wächst in der Folge der politische Druck auf die avantgardistischen Künstler.

1920 werden Strzeminski und Kobro Mitglied der Künstlergruppe »Unowis« (Neue Formen der Kunst), in der die Bedeutung der Architektur für die Bewegung eines revolutionären, zukunftsorientierten Bauens reklamiert wird.

1922 verlassen Strzeminski und Kobro, die 1920 geheiratet hatten, Russland und lassen sich in Warschau nieder.

Katarzyna Kobro wird 1924 polnische Staatsbürgerin. Im gleichen Jahr sind sie und Strzeminski Mitbegründer der Gruppe »Blok« in Warschau.

Strzeminski arbeitet an einer Theorie der Malerei »Unismus in der Malerei« (erschienen 1928), die von Katarzyna Kobro dann weiterentwickelt wird zu einer Theorie über skulpturale und architektonische Form. Was sich in diesen Theorien, Bildern und Skulpturen zeigt , ist die rigorose Beschränkung auf die gestalterischen Mittel: sie sind es, die die Einheit des Kunstwerks garantieren und seine Qualität markieren. Zugleich wird in dieser formalen Beschränkung ein Grund gelegt für die Kunst der Nachkriegszeit, die sich mit Strukturen und Gestaltungsprinzipien beschäftigt, eben mit der Autonomie der bildnerischen Mittel. Es ist die Forderung nach der Eigengesetzlichkeit der künstlerischen Arbeitsweise, auf ihr fußt die nicht-figurative wie die konzeptuelle Kunst.

Mehr Infos und Bilder gibt es unter  http://kobro.art.pl/ . Allerdings nur in englischer und polnischer Sprache.